Akustische Intervention Nr. 05 im MFA München

MFA (Museum für Abgüsse klassischer Bildwerke)
am Samstag 3. Februar 2018 | 19:00 Uhr

Kunstareal München | Katharina-von-Bora-Str. 10 | 80333 München
Eintritt frei

Elektroakustische Performances

1.
Gestenmusik

Sebastian Loh
Dauer: 15 min


Abb.: Sebastian Loh im GreenCity München am 9.Febr. 2018
Die Hände formen die Klänge.
VideoFoto: Bernhard Thurz

Die Gestenmusik erforscht eine Möglichkeit, elektronische Musik für den Zuschauer auch performativ erlebbar zu machen. Ähnlich wie bei einem klassischen Musiker kann der Zuschauer Bewegungen, die die Musik formen, sehen und verstehen, .

Es wird eine Stereokamera genutzt, um aus den Bewegungen neue Klänge live im Laptop zu berechnen. Die Kamera wertet die Positionen der beiden Hände aus. Es werden teilweise sogar die einzelnen Finger räumlich erkannt und gewertet. Ähnlich wie beim klassischen Theremin ist eine komplexe, gestische Gestaltung der Musik möglich.

Die Töne werden mithilfe der additven Klangsynthese mathematisch live berechnet. Zur Anwendung kommt hier das im Internet frei verfügbare Programm PureData. Auf diese Weise entstehen im Raum Klanglandschaften und Klangskulpturen.

Die Performance nutzt die Besonderheit des Veranstaltungsortes. Die 8-Kanal Lautsprecheranlage bietet in Verbindung mit der Gestensteuerung ein intuitives Positionieren der Klänge im Raum. Somit entehen Wirkungen, die Klänge aus den hinteren Reihen der ausgestellten Skulpturen nach vorne kommen läßt. Die Präsenz eines großen Bildnisses im Raum entsteht.

 

2.
pergamon

für Digitalklänge und Samples, elektronische Live-Einspielung

Jörg Schäffer
Dauer: ca. 25 min. & Art Lecture

Die Arbeit pergamon greift das aktuelle Ausstellungsthema im Museum für Abgüsse klassischer Bildwerke auf: Die Rekonstruktion und bildnerische Ergänzung des großen Frieses des pergamon-Altars durch den Künstler Andrey Alexander, mit dem Titel: „Die zwei Leben des Pergamonaltars“*.
Der in dieser Arbeit thematisierte Kampf der Giganten gegen die Götter wird musikalisch thematisiert: Jeder Figur/Figurengruppe wird eine musikalische Miniatur zugeordnet. Die Abfolge der einzelnen Miniaturen ergibt sich durch die Leserichtung des Frieses von links nach rechts. Die musikalische Auseinandersetzung erfolgt zwischen elektronischen Klängen und instrumentalen Samples die jeweils ihre eigenen Freiheiten, Stärken,  Wirkungen und Begrenzungen ins Spiel bringen. Gestalterische Anregungen werden sowohl aus dem emotionalen und mythologischen Gehalt der einzelnen Szenen/Figuren bezogen, als auch aus der graphischen Formensprache (Linienführung, Kurvatur, Segmentierung) der jeweiligen Szene.
Die Realisation erfolgt live-elektronisch: die einzelnen Klangschichten jeder Miniatur werden in Echtzeit auf die einzelnen Lautsprecher der 8-Kanaltonanlage verteilt.
Ein kurzer, einführender Vortrag geht der Performance voraus.

Bildquelle: Klytios aus „Das zweite Leben des Pergamonaltars“ von Andrey Alexander, Photo und Bearbeitung: Jörg Schäffer
*https://de.wikipedia.org/wiki/Pergamon2life

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